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DAVID HUME

Hume ist der Begründer der irrationalen Philosophie.

Er sagt, man sollte sein Leben durch seinen nicht-rationalen Instinkt leben.

Im 17. Jahrhundert gab es zwei Gruppen von Philosophen: die Rationalisten und die Empiriker.

Die Rationalisten sagen, dass die Sinne nicht zuverlässig sind. Wissen wird ihrer Meinung nach durch Selbstbeobachtung (Introspektion) erworben, indem der Mensch seine ihm angeborenen Ideen betrachtet und Schlüsse aus ihnen zieht. Es gab den Rationalisten zufolge keine Notwendigkeit, die äußere Welt zu beobachten und Schlüsse aus Sinneserfahrungen zu ziehen. Die Rationalisten (Descartes, Spinoza, Leibniz) widersprachen sich gegenseitig, da keiner von ihnen Kontakt zur Realität hatte. Sie neigten dazu, Mystiker zu werden.

Die Empiriker glaubten an die Zuverlässigkeit der Informationen durch Sinneswahrnehmungen. Sie sagten, der Mensch hätte keine angeborenen Ideen. Alles Wissen müsse auf Sinnesinformationen gründen, wie auch Aristoteles sagte. Aber die Empiriker verwarfen Aristoteles’ Philosophie und wurden Skeptiker.

David Hume war ein Empiriker, der dann ein totaler Skeptiker wurde. Er sagte, der Mensch könne eigentlich überhaupt nichts wissen.

Skeptizismus war das Ergebnis des Empirismus.

Wie geschah das?

Die Empiriker verwarfen die Theorie der Universale (Allgemeinbegriffe) und boten ihren eigenen Glauben an, den sie Nominalismus nannten.

 

Was sind Universale?

Ein Universal ist die gemeinsame Qualität, die jedes Mitglied einer Klasse besitzt.

Universale sind die Basis für Konzepte.

Die Nominalisten sagen, dass es keine Universale gibt.

Denken Sie an das Konzept ‘Hund’. Wenn wir alle Qualitäten, die von Hund zu Hund unterschiedlich sind, weglassen, dann ist das, was übrigbleibt, ein Universal. Aber die Nominalisten sagen, dass sie nichts finden, das übrigbleibt. Sie sagen, Konzepte seien willkürlich, aber bequem.

Nominalisten glauben, dass wir nicht zwei, sondern nur eine kognitive Fakultät besitzen. Die zwei Fakultäten, die der Mensch besitzt, sind Sinneswahrnehmung und Vernunft. Die Nominalisten leugnen die Vernunft.

Sie sagen, die Gedanken und Ideen, die wir haben, sind Bilder von Objekten. Deshalb ist für die Nominalisten Sinneswahrnehmung allein das Mittel zum Wissenserwerb. Vernunft existiert nicht.

Diese Theorie wird Sensualismus genannt.

Die Empiriker, die Nominalisten sind, sind ebenso Sensualisten. Sensualismus führt zu Skeptizismus. Sie sagen, dass man überhaupt nichts wissen kann, indem man Schlüsse aus Sinneswahrnehmungen mittels der Vernunft zieht.

Die Sensualisten sagen, dass ein Wort nur dann Bedeutung erhält, wenn man das Objekt, für das es steht, erkennen kann. Wenn nicht, ist das Wort bedeutungslos. Worte können nicht für Konzepte stehen, weil es ihrer Meinung nach keine Konzepte gibt.

Hume sagte, dass alles konzeptuelle Wissen bedeutungslos ist. Das ist die Ursache dafür, dass er gezwungen war, Skeptiker zu werden.

Hume nahm jedes Konzept und fragte danach, ob man es direkt mit den Sinnesorganen wahrnehmen kann, oder zumindest ein Bild davon formen kann. Wenn nicht, sagt er, ist es bedeutungslos. Auf diese Art zerstörte Hume alle Konzepte.

Nehmen Sie z.B., das Konzept der Kausalität. Angenommen, Sie werfen einen Stein direkt durch ein Fenster und das Glas im Fenster bricht. Es finden zwei Ereignisse statt: das eine, dass der Stein das Fenster trifft und das andere, dass das Glas bricht. Aber bedeutet das, dass ein Ereignis das andere bedingt?

Kausalität hat drei Elemente, sagt Hume:

  1. Die beiden Ereignisse müssen direkt räumlich verbunden sein. In diesem Fall ist der Stein räumlich mit dem Fenster verbunden. Fein!
  2. Die beiden Ereignisse müssen zeitlich verbunden sein. Das Glas bricht, sobald der Stein es berührt. So weit, so gut!
  3. Es muß eine notwendige Verbindung zwischen den beiden Ereignissen bestehen. Nun beginnen die Probleme: Hume fragt, ob Sie die notwendige Verbindung direkt wahrnehmen können. Nein! Dann ist die dritte Bedingung für Kausalität nicht erfüllt. Daher, sagt Hume, existiert Kausalität nicht.

 

Nichtsdestotrotz glauben die Menschen an Kausalität. Warum?

Hume sagt, der Grund ist, dass sie in der Vergangenheit gesehen haben, wie ein Stein ein Fenster traf und die Scheibe zerbrach. Sie verbinden die beiden Ereignisse kausal und schlußfolgern fälschlicherweise, dass das Glas erneut zerbrechen wird, wenn der Stein in der Zukunft auf das Fenster treffen wird.

Hume sagt, was aber in der Vergangenheit passierte, ist keine Beweis dafür, dass es in der Zukunft wieder passieren wird. Was in der Vergangenheit geschehen ist, war nur Zufall.

Ein runder Ball rollte auf dem Boden entlang, nachdem Sie ihn geworfen hatten. Aber das war in der Vergangenheit. Das nächste Mal, wenn Sie den Ball werfen, mag er sich in einen Stab verwandeln oder einen Kubus oder ein Buch! Können Sie verallgemeinern und die zukünftigen Gezeiten oder Eklipsen voraussagen? Nein, sagte Hume.

Sie können nicht annehmen, dass etwas, das in der Vergangenheit so war, in der Zukunft auch so sein wird. Die Gezeiten oder Eklipsen müssen überhaupt nicht stattfinden.

Nominalismus führt zu Sensualismus. Sensualismus greift alle Konzepte an, wie z.B. ‘Notwendigkeit’. Deshalb wird Kausalität, die auf Notwendigkeit als einen Faktor basiert, angegriffen und zerstört.

Hume sagt, es gibt keine Logik in der Welt. Alles kann passieren. Alle Ereignisse passieren unabhängig von anderen und sind nicht kausal verbunden oder erklärbar. Alle Ereignisse sind unzuverlässig. Keine Tatsache bedingt eine andere Tatsache. All unsere Erfahrungen sind nicht-rational.

Hume kam zu der seltsamen Schlußfolgerung, dass es keine Einheiten gäbe, wie Heraklit bereits sagte. Wie kam er dazu?

Jede Einheit, wie z.B. ‘Tisch’ besitzt eine Anzahl von Qualitäten, die notwendigerweise miteinander verbunden sind, wie z.B. Größe, Form, Gewicht, Beschaffenheit, Farbe etc. Diese Qualitäten können nicht einzeln existieren. Warum nicht?, sagte Hume. Es gibt keine Notwendigkeit für sie, zusammenzubleiben. Sie können sich trennen und bilden dann keine Einheit sondern sind nur Qualitäten, die räumlich getrennt existieren.

In Humes Metaphysik gibt es einen Heraklitischen Fluss von Sinnesinformationen und einzelnen Qualitäten, keine Einheiten. Es gibt keine kausalen Verbindungen zwischen den Ereignissen. Dies ist die Welt des Sensualisten Hume, der sagt, der Mensch habe keine konzeptuelle Fakultät. Alles könne passieren. Alle Wahrheiten, welche auch immer, seien unzuverlässig.

Hume sagt, es gibt auch Wahrheiten, die notwendig sind, die aber nichts über die Realität aussagen. Hume benutzt das Wort ‘notwendig’ obwohl er sagt, dass das Wort bedeutungslos ist.

Hume benutzt Konzepte in seiner Philosophie. Natürlich ist das falsch. Wenn man Konzepte angreift, sollte man sie nicht benutzen. Hume gibt zu, dass es unmöglich ist, nach seiner Philosophie zu leben. Es ist unpraktisch. Er würde seine Freunde besuchen, seine Philosophie vergessen und in einer Welt von Einheiten und Realität und Kausalität leben. Dann würde er nach Hause zu seinen Büchern gehen und sie absurd finden.

 

Hume ist der Begründer der irrationalen Philosophie.

Er sagt, man sollte sein Leben durch seinen nicht-rationalen Instinkt leben, wie die Tiere.

 

Aber lassen Sie uns zurückgehen zu den notwendigen Wahrheiten. Hume sagt, es gibt zwei Arten von Wahrheiten:

  1. analytische Wahrheiten und
  2. synthetische Wahrheiten.

Synthetische Wahrheiten sind empirisch. Es gibt Wolkenkratzer in der Stadt, die Bäume sind groß, etc. Sie können diese Wahrheiten nicht mittels der Logik entdecken. Sie können sich aber ihr Gegenteil vorstellen, z.B., dass es keine Wolkenkratzer in der Stadt gibt.

Synthetische Wahrheiten gründen sich auf Erfahrung, d.h. sie sind a posteriori. Durch Erfahrung können Sie kein Wissen erlangen über Notwendigkeit, Kausalität, Freiheit, etc.

Analytische Wahrheiten sind notwendige Wahrheiten, z.B. dass eine Triangel drei Seiten hat.

Diese Wahrheiten sind das Ergebnis unseres willkürlichen Gebrauches von Definitionen, sagt Hume. Was auch immer auf Definitionen oder Analysen beruht sind a priori Wahrheiten.

Hier haben wir ein Dilemma.

Wenn etwas analytisch ist, hat es angeblich nichts mit der Wahrheit zu tun. Wenn Sie es beweisen können, ist es analytisch.

Wenn Sie es aber nicht beweisen können, ist es synthetisch, und Sie können nicht sagen, ob es in der nächsten Minute noch wahr sein wird.

All dies führt natürlicherweise zu totalem Skeptizismus. Alles, was Sie tun können auf der Welt, ist, zuzuschauen, wie die Sinneserfahrungen vorbeiziehen. Alles ist unverständlich. Sie können in nichts auf dieser Welt einen Sinn erkennen, denn der Mensch besitzt keine konzeptuelle Fakultät. Er lebt auf einem Level der Sinneswahrnehmungen wie irgendein Tier. Es gibt keine Einheiten. Es gibt keine kausalen Verbindungen zwischen Ereignissen. Notwendige, analytische Wahrheiten sind einfach nur willkürliche Gewohnheiten.

Was bleibt zu tun? Das ist das Problem, das Hume hinterließ, und Kant versuchte tapfer die Welt aus dieser Situation zu retten.

Sogar Skeptiker leben in der Realität, und sie können nur mit einem Wissen über die Realität leben. Aber wenn man dieses Wissen verwirft, wie kann man dann leben? Skeptiker sind verwirrt von ihren eigenen Schlußfolgerungen. Ohne Wissen über die Realität sind sie hilflos.

Beide, Mystiker wie Skeptiker sind nutzlos.

Alle Philosophien sagen, dass es wichtig ist, die Realität zu erkennen. Ihre Vorstellungen von der Realität waren unterschiedlich, aber sie glaubten an Vernunft und waren unzufrieden mit dem Skeptizismus.

Aber Kant sagte, wir brauchen die Realität nicht. Es ist nicht notwendig, skeptisch zu sein. Wir kennen die Realität nicht, aber es ist auch nicht wichtig, dass wir sie nicht kennen.

Sogar heute sagen die Menschen, dass niemand weiß, was Realität ist, was wahr ist, was richtig oder falsch. Wenn Sie sagen, ihre Gedanken stimmen nicht mit der Realität überein, dann sagt Kant, dass Realität entbehrlich ist.

Warum sagt er das?

Kant wollte Humes Problem lösen.

Was war Humes Problem?

Er war total verängstigt und verwirrt in dieser Welt.

Welche Art von Welt ist diese Welt?

Hume sagte, es ist eine Welt ohne Objekte.

(…)